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FIS und die Umwelt

Manifest der Mainau

Dieses Manifest des Vorstandes der FIS ist in der Tradition der Grünen Charta von der Mainau und ihres Initiators Graf Lennart Bernadotte entstanden, die schon seit vielen Jahrzehnten "um des Menschen willen" die nachhaltige Sicherung von Natur und Umwelt fordert. Es wurde am 39. FIS-Kongress 1994 von Rio de Janeiro einstimmig verabschiedet und am 20. Oktober 1994 auf der Insel Mainau (GER) durch den FIS-Präsidenten Marc Hodler an Gräfin Sonja Bernadotte überreicht.

Vorsatz

Der Skisport fasziniert weltweit viele Millionen Menschen; seine Vorzüge liegen in seinem hohen Freizeitwert. Er vermittelt eine unglaubliche Fülle an Bewegungsabläufen, die der Einzelne mit einfachen Mitteln - einem Paar Ski, einem Snowboard - bewältigen kann;

die Erlebniswelt ist die freie Natur, in die er aus meist grauen Städten in sonnenarmer Jahreszeit hingezogen wird. Licht, Luft, und Bewegung in zauberhafter Landschaft sind wesentliche Elemente für die Faszination und den Gesundheitswert des Skisports,

Skifahren ist ein Gemeinschaftserlebnis mit hoher sozialer Bedeutung für Familie, Gruppen und Vereine. Jugendlichen bietet er viele Handlungsimpulse und ist von hohem erzieherischem Wert;

Skisport ist wegen der vielfältigen internationalen Wettkämpfe und wegen des weltweiten Angebotes an Skigebieten in besonderem Masse völkerverbindend;

der Skisport hat in einer über 100jährigen Tradition kulturelles Erbe geschaffen, das in vielen Ländern unter den verschiedenen geographischen, ökonomischen und sozialen Verhältnissen zu spezifischen Entwicklungen geführt hat, die ihren Eigenwert haben;

Skisport ist in Gebirgslandschaften die Basis für den Fremdenverkehr und dient damit als wichtiger Faktor für die Lebensgrundlagen der dort wohnenden Bevölkerung. Mit dem Tourismus sind in viele Täler soziale Sicherheit und Wohlstand eingekehrt und haben die Abwanderungen gestoppt;

Skilauf ist eine Natursportart. Er erfordert Eingriffe in Natur und Landschaft, die auch zu wesentlichen Belastungen der Umwelt führen können, wie dies für alle Nutzungsformen dieser Erde gilt;

die beim Skisport spezifischen Umweltkonflikte sind in den unterschiedlichen Kontinenten und Ländern nicht von gleichem Gewicht: Weite der Landschaften, Dichte der Besiedelung und Intensität der Nutzung, unterschiedliche Gebirgsformen bestimmen die Bedeutung;

die FIS erkennt die ethische Verpflichtung, alle Aspekte, die mit dem Skisport zusammenhängen, ernst zu nehmen und insbesondere mögliche negative Auswirkungen des Skisports auf Natur und Umwelt zu verhindern oder zu mindern;

die für den Skisport Verantwortlichen sehen sich in Übereinstimmung mit der Weltbevölkerung, die mit wachsender Sensibilität und Sorge die zunehmenden Lasten für Luft, Wasser, Boden, Klima, den Naturhaushalt insgesamt, registriert;

die FIS greift die Empfehlungen der "Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung" 1992 in Rio de Janeiro auf, die auch die nationalen und internationalen Verbände zum Handeln auffordert. Die FIS will ihren Beitrag leisten, durch Vorgaben und Festlegungen der Rahmenbedingungen den Skisport umweltverträglich zu gestalten und die allgemeinen Anstrengungen zur Verbesserung der Umweltbedingungen zu stützen.

Schlussfolgerung

Die FIS nimmt in ihre Satzung den Grundsatz auf, bei der Ausübung des Skisports Rücksicht auf Natur und Landschaft zu nehmen.

Sie verpflichtet ihre Mitgliedsverbände, nach international anerkannten Leitlinien Skiwettkämpfe und Veranstaltungen, Anlagen und die zugehörige Infrastruktur umweltverträglich zu gestalten.

Die FIS zieht hierfür unabhängige Experten für Umweltfragen zu Rate.

Zielsetzungen können nicht gleichförmig erreicht werden. Es müssen die nationalen, kulturellen und sozialen Gegebenheiten berücksichtigt und unterschiedliche Wege akzeptiert werden.

Für internationale Wettkämpfe werden Richtlinien erarbeitet, die Kriterien für umweltverträgliche Wettkampfanlagen und Abläufe festlegen.

Grossveranstaltungen sollten grundsätzlich vorhandene Anlagen nutzen.

Wenn auf Grund der Entwicklung, neue Gebäude oder Anlagen benötigt werden, ist es unbedingt notwendig, daß den Aufbau alle die bevorerwähnte Grundsätze erfüllt.

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